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Namen der Pfingstrose

Pfingstrose als Heilpflanze

Pfingstrose im Brauchtum

Sympathie-Medizin mit Pfingstrosen

Kosmetik mit Pfingstrosen

Pfingstrose in der Wissenschaft

 

Pfingstrose - Heilpflanze und Gartenzier

Pfingstrosen erfreuen uns im Frühjahr mit wunderschönen Blüten. Die Blüten der ursprünglichen Pfingstrosen waren einst ungefüllt. Im Laufe der Zeit kamen hunderte Züchtungen hinzu. Manche mit beeindruckend großen Blüten, gefüllte Blüten, weiße, gelbe und rosafarbige Blüten.

Pfingstrose im BrauchtumEtwa 40 Arten soll es weltweit geben. Zu den wichtigsten  zählen Paeonia officinalis und Paeonia lactiflora.

Herkunft und Namen der Pfingstrosen

Die gemeine Pfingstrose Paeonia officinalis stammt aus dem südlichen Europa. Pflanzenkundige Mönche kultivierten sie in ihren Klostergärten. So fand die Pfingstrose den Weg über die Alpen und später auch in die Bauerngärten. Davon zeugen Namen wie Bauernrose, Pfaffarose, Kirchenrose, Kirchenblume und Benediktinerrose.

Bereits die alten Griechen kannten die Heilkraft der Pflanze. Wegen ihrer Verwendung gegen die Gicht war  sie auch unter dem Namen Gichtrose bekannt.

Antoni-Rose wurde sie genannt, da sie meist um den 13. Juni, dem Tag des Hl. Antonius von Padua blüht.

Heute kennt man sie vor allem als Pfingstrose, in Anlehnung an das im Frühjahr stattfinde Pfingst-Fest.

Pfingstrosen als Heilpflanze

In China kennt man die Pfingstrose Paeonia lactiflora bereits seit Jahrtausenden als Heilpflanze. Doch auch im antiken Griechenland wurde Paeonia officinalis als Heilmittel genutzt. Die Wurzel der Päonie etwa half bei Frauenkrankheiten und bei der Wundheilung.

Was Dioskurides und seine Kollegen niederschrieben, wurde von unseren mittelalterliche Kräuterkundigen aufgegriffen und angewandt. Hildegard von Bingen etwa überlieferte eine große Anzahl an Rezepten und Anwendungen. Man räucherte mit den Samen, bereitete Tränke aus der Wurzel, mischte Blütenblätter in Tees. Pfingstrosenblüten galten früher als hilfreich gegen Epilepsie, bei Gicht und Darmstörungen.

Pfingstrosen im Brauchtum

In China war die Pfingstrose Paeonia lactiflora eine wichtige Heilpflanze. Erst später begann man sie als schmückendes Element einzusetzen.  Viele Künstler ließen sich von der Schönheit der Blüten inspirieren und hinterließen literarische Werke voller Poesie. Kunstfertige Hände verzierten wertvolles Porzellan mit dem attraktiven Blumenmotiv. Pfingstrosen galten in China einst als Symbol von Königlichkeit.

Auch in Japan fand man Gefallen an der hübschen Pflanze und bereicherten die Familie der Pfingstrosen um weitere Züchtungen. Traditionell gilt die Päonie in Japan als Symbol von Reichtum, Glück, Ehre und männlichem Mut.

In Europa nutzte man bereits in der Antike die Wirkungen der Paeonia officinalis. Den aus dem Griechischen stammenden Namen Päonie erhielt sie einer Legende nach von Aeskulap, dem Arzt der Götter.

Vor allem im alten Rom galt die Päonie als wichtiges Heilmittel. Galenos und Dioskurides wussten um die Wirkung von Blüten, Samen und Wurzeln.  Auf spiritueller Ebene zählte sie zu den Pflanzen des Apoll, dem Gott der Poesie, des Lichtes, der Mäuse, der Pest, der Prophetie und der Heilkunst.

Pfingstrosen als Sympathie-Medizin

In der christlichen Symbolik stand die Pfingstrose für Reichtum, Heilung, weibliche Schönheit.  Doch wusste man auch um die schutzmagischen Kräfte der Päonie.

Sie zählt zu den Marienpflanzen. Diesen Pflanzen sagte man eine besondere Verbindung zur Mutter Jesu nach. Diese göttliche Kraft verlieh ihnen besondere Heilwirkung und schutzmagische Eigenschaften.

  • Vor allem Wurzel und Samen galten als wirksame Amulette gegen viele Leiden.
  • Ein Armband aus den Samen trugen etwa kleine Kindern zum Schutz vor allem Übel.
  • Zu gleichem Zweck tat man das Kraut mit Blüten in die Wiege.
  • Zahnenden Kindern hängte man eine Kette mit 77 Pfingstrosen-Samen um. In Bayern etwa hießen sie Appoloniakörner, nach der Hl. Appolonia. Sie ist die Schutzpatronin der Zahnerkrankten.
  • In Anlehnung an das Pfingst-Wunder sollte die Pfingstrose in der Lage sein, das Stottern zu heilen.

Mehr als die Heilkraft ihrer Wurzeln waren ihre antidämonischen Kräfte gefragt. Der Einsatz der Pfingstrose gegen Epilepsie etwa, empfahl sich durch die Annahme, dass die Pflanze Dämonen vertreiben könne. So bekämpfte man die Dämonen im Kopf praktischerweise mit den gleichen, erprobten Mitteln, wie die Geister der Unterwelt.

Alchemisten klassifizierten die Pfingstrose als Mondpflanze. Folgerichtig sollte sie Krankheiten heilen können, die durch den Einfluss des Mondes entstanden.

Die hellroten Samenkörner mussten nachts gesammelt werden. Deren schwaches Leuchten, verursacht durch eine phosphoreszierende Substanz der Samen, erleichterte die nächtliche Suche, was als Zeichen besonderer magischer Kräfte gedeutet wurde.

Pfingstrosen in der Kosmetik

Vor allem ihr wunderbarer Duft findet sich in vielen Hautpflege-Produkten. Doch die Extrakte aus den Blüten können noch mehr. Sie gelten als hautberuhigend und besitzen regenerierende Eigenschaften. Ein hautpflegendes Öl kann man leicht selber herstellen.

Chinesische Forscher in Südkorea wiesen sogar Anti-Falten-Wirkungen in einer Formulierung mit Pfingstrosen-Wurzelextrakt nach.

Pfingstrosen in der Forschung

Einige traditionelle Anwendungen der Pfingstrose kamen bereits  auf den Prüfstand der Wissenschaft. Schon vor Jahren konnten sie im Wesentlichen bestätigt werden. Im Tierversuch wies man herzwirksame, Uterus stärkende und Blutdruck senkende Wirkungen nach.

Neuere Forschungen stellten Leber schützende, antioxidative, entzündungswidrige uns antidepressive Effekte fest. Sie bestätigen letztendlich, dass der Pfingstrose die Jahrtausende währende Wertschätzung, zu Recht entgegengebracht wurde.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Pfingstrose

Antidepressive Wirkung der Pfingstrose

Anti-depressant-like effect of peony: a mini-review.
Mao QQ1, Ip SP, Xian YF, Hu Z, Che CT.

Antioxidative und antimelanogene Wirkung der Pfingstrose

Antioxidant and antimelanogenic behaviors of Paeonia suffruticosa.
Ding HY, Chou TH, Lin RJ, Chan LP, Wang GH, Liang CH.

Studie zur Wurzeln von Paeonia officinalis hinsichtlich phytochemischer Toxizität und antihepatotoxischer Wirkung

Preliminary phytochemical, acute oral toxicity and antihepatotoxic study of roots of Paeonia officinalis Linn.
Ahmad F, Tabassum N.

 

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