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Erdbeeren sind gesund

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Traditionelle Verwendung von Erdbeeren

Erdbeeren im Brauchtum

Erdbeeren in der Wissenschaft

Kosmetik mit Erdbeeren

 

Erdbeeren, süß und verführerisch

Erdbeeren in Brauchtum und MythologieFrische Erdbeeren sind ein Genuss, das wussten schon unsere Vorfahren. In vielen Gärten reifen im Frühsommer die leckeren Früchte heran. Diese Gartenerdbeeren sind Kreuzungen von Erdbeer-Arten aus der neuen Welt.

Unser Brauchtum und abergläubisches Tun, welches sich um die Erdbeere rankt, bezog sich im Ursprung auf die heimische Walderdbeere. Doch auch die amerikanischen Ur-Sorten wurden von den indigenen Völkern gern gegessen, als wertvolles Heilmittel genutzt und in Bräuche und Rituale eingebunden.

Erdbeeren sind so gesund

Die Wertschätzung der kleine Beere kommt sicher nicht von ungefähr. Erdbeeren, wild wachsend und gezüchtet, bergen ein außerordentlich heilsames Potential. Selten braucht es so wenig Überwindung, etwas so Gesundes zu sich zu nehmen. Denn ihr Geschmack ist einfach köstlich.

Erdbeeren, die Steinzeit-Nahrung

Obwohl, wie wir heute wissen, dass Erdbeeren sehr gesund und an Nährstoffen reich sind, finden sich bei den antiken Gelehrten kaum Hinweise zu ihren heilsamen Wirkungen. Auch die heilige Hildegard vermag nicht sonderlich Positives über die leckere Frucht zu berichten. Immerhin ist ihr häufiger Gebrauch als Nahrungsmittel, durch Funde in steinzeitlichen Siedlungen nachgewiesen.

Ein wenig Spekulation

Die überlieferten Bräuche legen nahe, dass unseren Vorfahren gesundheitliche Wirkungen der Erdbeere nicht verborgen blieben. Doch die frühen Heilmittelbeschreibungen orientierten sich im Wesentlichen an den vorhandene antiken Niederschriften. Dioskurides und Plinius aber beschrieben vorwiegend Pflanzen, die in ihrem Umfeld zu finden waren. Was hoch im Norden bei den Barbaren wucherte, konnte wegen fehlender Erfahrung mit diesen Pflanzen, wohl nur am Rande erwähnt werden. Auch Seuchen, denen im frühen Mittelalter nahezu der gesamte Ärztestand unserer Breiten zum Opfer fiel, tilgten praktiziertes Heilwissen. Lediglich die im Brauchtum verwurzelten Überlieferungen, zeugen von einstigem Wissen um die Erdbeere.

Im Laufe der Zeit schloss sich diese intellektuelle Lücke wieder. Auch der Buchdruck wurde inzwischen erfunden. Er erleichterte die Informationsbeschaffung ebenso, wie ihre Verbreitung. So ist es wenig verwunderlich, dass bereits  im 17. Jahrhundert ein Fülle von Heil-Anwendungen in verschiedenen Kräuterbüchern zu finden sind.

Traditionelle Erdbeer-Apotheke

Von der Erdbeerpflanze wurden alle Teile genutzt: die Wurzel, Blätter, Blüten und Früchte.

In einem Kräuterbuch aus dem 18. Jahrhundert stammt etwa folgendes Rezept gegen unreine Haut:

"Innerlich muss man sich vom Arzte etwas zur Reinigung des Geblüts verschreiben lassen, dann kann man äusserlich folgendes brauchen. Nimm Erdbeer-, Schlehenblüth-, Rosenwasser, jedes 2 Loth, weißes Schminkpulver 1/2 Loth, untereinander gerüttelt und  mit Tüchern aufgelegt"

Erdbeerkraut galt als Frühlingsgemüse und wohltuende Speise für die Milzsüchtigen. Gelobt wurde es gegen Kurzatmigkeit, bei Leberschwäche, Nieren- und Blasen-Erkrankungen. Auch als Wundkraut, bei unreiner Haut, Zahnfleischproblemen fand es Verwendung.

Erdbeerwurzel sollte Gelbsucht heilen können. Kraut und Wurzel gemeinsam eingenommen, galten den Frauen als hilfreich bei übermäßigen Blutungen. Doch auch als treibendes Mittel für die "Monats-Blume" werden Kraut und Wurzel genannt. Vielleicht verbirgt sich hier der reale Kern, weshalb die Pflanze in Bezug auf Frauen so ambivalent beschrieben wurde.

Die Erdbeerfrucht empfahl man vor dem Verzehr zu waschen und zum Verzehr in Wein zu tun. Kranken riet man hingegen vom Genuss der Erdbeeren ab. Offenbar gab es Bedenken, die Früchte frisch zu genießen. Das Erdbeerwasser hingegen, galt als ebenso heilkräftig, wie Kraut und Wurzel und wurde für ähnliche Anwendungen hergenommen.

Erdbeeren im Brauchtum

Die Erdbeere war ursprünglich den vorchristlichen Liebesgöttinnen, vor allem Frigg und Venus geweiht. Später übertrug man diese Verehrung auf die Gottesmutter Maria. Da die Erdbeerpflanzen zur gleichen Zeit blühen und fruchten,  galten sie im Mittelalter als Symbol jungfräulicher Mutterschaft.  Ihre weiße Blütenfarbe steht für Unschuld, das Rot der Früchte symbolisiert die Liebe. Die Form des Blattes entspricht der Dreieinigkeit.

Die Scheu Erdbeeren einfach so zu naschen, ist wohl mit dem Aberglauben, der sich um die Pflanze rankt, verwoben. Die kleinen Früchte wachsen so nah an der Erde, so nah an der Unterwelt, der Welt der Toten, so dass man hier besser Vorsicht walten ließ.

Erdbeeren und Kinder

Oft beziehen sich Sagen und Mythen direkt oder indirekt auf Kinder. Etwa, dass die "saligen Fräulein", wie die Begleiterinnen der Göttin Holle/Holda in Tirol genannt wurden, Kindern viele Erdbeeren pflücken halfen. Im Bayerischen ehrte man diese "Saligen", indem man an die Hörner der Kühe, Körbe mit Erdbeeren band.

Die Entstehung roter Muttermale führte man früher darauf zurück, das Schwangere Erdbeeren genascht hatten.

Auch galten Erdbeeren als Speise der "armen Seelen". Früchte, die von Kindern beim Pflücken herunter gefallen waren, ließ man für diese liegen. Kamen die Kinder an einem Kreuz oder einer Kapelle vorbei, ließen sie dort 3 Beeren als Gabe zurück.

Mütter, die ihr Kind verloren hatten, sollten vor Johanni keine Erdbeeren essen.

Erdbeeren und die Liebe

Wegen ihrer roten Farbe und ihres süß duftenden Aromas galt die Erdbeere als Symbol für Verführung und Sinnlichkeit. Künstler verewigten sie in Gedichten, Bildern und Liedern. Dazu passt der alte deutsche Begriff "Bresling" oder "Prestling", im Schwäbischen auch "Bräschtling" und "Breschtleng". Er gilt einigen als Verweis auf die Ähnlichkeiten der Erdbeere mit einer weiblichen Brustwarze.

Während man einem Mann riet, für eine Erdbeere vom Pferd zu steigen, war eine Frau besser daran, wenn sie diese zertrat.

Gesundheit und Aberglaube

Den ersten Erdbeeren im Jahr, schrieb man besondere Heilkraft zu. Zerquetscht und ins Gesicht gerieben, sollten sie Sommersprossen vertreiben können. Füße und Hände damit eingerieben, sollten vor Erfrierungen schützen. Mit Erdbeeren eingeriebene Hände galten als Schutz vor Wundrose.

Aus Schutz vor Verhexung und Krankheit verfütterten die Bauern am 1. Mai Erdbeerblätter an das Vieh.

Was sagt die Wissenschaft über Erdbeeren?

Aus heutiger Sicht hat sich vieles bestätigt, was die gesundheitlichen Wirkungen von Erdbeeren angeht. Fragaria vesca Blätter wurden in der Volksmedizin zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten, insbesondere gastrointestinaler, cardiovaskulärer und Harnwegserkrankungen verwendet. In Studien konnte ihre antientzündliche Wirkung nachgewiesen werden. Darüber hinaus wird an der Möglichkeit geforscht, Extrakte aus den Blättern in der Krebstherapie nutzbar zu machen.

Das enthaltene Cumarin etwa, gilt als immunmodulierend.

Aktuelle Daten zeigen, dass Erdbeeren eine natürliche Quelle wertvoller bioaktiver Verbindungen und Nährstoffe darstellen, die bei der Prävention und Verbesserung von chronisch-degenerativen Erkrankungen hilfreich sein können. Besonderes Interesse gilt dabei den antioxidativen Eigenschaften der Früchte. Deren Wirkmechanismen konnten bisher noch nicht vollends entschlüsselt werden.

Erdbeeren als Schönheitsmittel

Dass Erdbeeren unreine Haut bessern können, ist seit langem bekannt. Doch neben den Früchten bergen vor allem die Blätter Wirkstoffe, welche für die Kosmetik-Industrie interessant sind. So finden sich bereits Patente, etwa zur Collagen-Synthese, deren Rezepturen neben anderen Beerenbestandteilen auch Erdbeerblatt-Extrakte beinhalten.

Wer Erdbeeren im Garten hat, kann sich auch ganz einfach seine eigene Schönheits-Anwendung zaubern. Das Rezept finden Sie hier.

Genießen Sie diesen Schatz der Natur, doch lassen Sie einige Beeren für die "seligen Fräulein" zurück.

 

Wissenschaftliche Quellen

Bioactivity of Fragaria vesca leaves through inflammation, proteasome and autophagy modulation.
Liberal J, Francisco V, Costa G, Figueirinha A, Amaral MT, Marques C, Girão H, Lopes MC, Cruz MT, Batista MT

The Healthy Effects of Strawberry Polyphenols: Which Strategy behind Antioxidant Capacity?
Forbes-Hernandez TY1, Gasparrini M, Afrin S, Bompadre S, Mezzetti B, Quiles JL, Giampieri F1, Battino M

 

 

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