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Goldlack, Heilpflanze mit Tradition

Erysimum cheiri

Goldlack Namen

Goldlack die Heilpflanze

Goldlack im Brauchtum

Goldlack in der Forschung

 

Goldlack, die alte HeilpflanzeAus Südosteuropa stammend hat sich der Goldlack inzwischen auch in unseren Fluren etabliert. Zu der ursprünglich gelben Form gesellen sich inzwischen Sorten mit bräunlich gefärbten, seltener mit violetten Blüten.

Goldlack, beliebtes Bauernveigerl

Die einst in Bauergärten sehr beliebte Pflanze kannte man unter den verschiedensten Namen: Bohnafeiele, Strössburger , Strösserli, Mariastengel, Majanegelli, Stammanägeli, Gelbe Levkoje und Vigeli  sind allein für Appenzell bekannt. Anderswo nennt man sie Gelb Feyel oder Fijnelken. 

Gelfyoln, Goldenlack, Gelber Lack, Gemeiner Lack, Gülden Lack, Lak, Lackstock, Lackviole unterscheiden sich nur wenig. Oft weichen  nur die Schreibweisen von einander ab. Lamberter Foultcher und Giel Foaltcher sind aus Siebenbürgen bekannt.

Gelbe Mauerblume, Gelbe Viole, Stockviole, Nelkenviole, Gäle Nägeln, Negelviole, Poperli, Veiali, Geel Veiel, Gelbe Veigel könnten auch anderen Blumen gelten. Vieltjes, Gäl Vilken, Viöndli, Viönli, Geel Violaten, Bauernveigel und Mayennägeli lauten weitere regionalen Namen für Goldlack.

Die Vielfalt der Namen spiegelt die Wertschätzung wider, welche früher dieser wunderbar duftenden Blume entgegengebracht wurde. Doch auch Verwechselungen waren dadurch Tür und Tor geöffnet. So lassen die in alten Dokumenten vorgefundenen Beschreibungen eine eindeutige Zuordnung oftmals nicht zu.

Goldlack als Heilpflanze

Obwohl Goldlack ursprünglich aus dem Süden stammt, schätzte man ihn bald als wertvolle Heilpflanze. Goldlack besitzt herzwirksame Inhaltsstoffe, die zugleich für seine Giftigkeit verantwortlich sind.  Bereits Dioskurides beschrieb Goldlack als Heilpflanze. Äußerlich als Sitzbad bei Unterleibsbeschwerden und zur Beförderung der Menstruation, in Wachssalbe zur Behandlung von rissiger Haut, als Umschlag gegen Milzbeschwerden und Gicht. Eine Abkochung der Früchte sollte die Menstruationsblutung anregen und die Nachgeburt treiben. Bei schwerer Geburt ließ man den Rauch von verbranntem Goldlack "an die Geburt" (Genitalien) ziehen.

Die Samen des Goldlacks galten als aphrodisierend. Sie waren ein Hausmittel bei Fraisen (Krämpfen, Epilepsie)

Plinius beschrieb ähnliche Anwendungen für die „Viola lutea“. Späteren Autoren folgten im Wesentlichen diesen Beschreibungen.

Aus Goldlack-Blüten wurde früher ein Gesichtswasser hergestellt. Mit Kraut, Blüten und Samen der Pflanze kurierte man Geschwüre und linderte juckende Haut.

Goldlack im Brauchtum

Neben der Heilkraft des Goldlack nutzte man auch seinen betörenden Duft in der Gartengestaltung und für Parfüms. Die Zierpflanze gehörte zur Ausstattung arabischer Gärten, unserer mittelalterlichen Gärten und fand Einzug in die hiesigen Bauerngärten.

In der Blumensprache steht Goldlack für Sehnsucht bzw. „Ich sehne mich nach dir“.

Wenn im Hausgarten der Goldlack besonders schön blühte, so galt dies einst als ein Todesvorzeichen. Da wundert es nicht, dass die duftende Blume auch als Grabschmuck Verwendung fand.

Goldlack in der Forschung

Goldlack wird in der chinesischen Medizin seit langem verwendet. Er gilt als wirksam gegen Herzkrankheiten, Herzschwäche, Verdauungsstörungen und Ödeme. Wissenschaftler haben inzwischen mehrere herzwirksame Glykoside entdeckt und somit die traditionelle Anwendung als Herzmittel bestätigt

 

 

Wissenschaftliche Quellen:

Cardiac glycosides from Erysimum cheiranthoides.
Lei ZH1, Nakayama H, Kuniyasu A, Tai BS, Nohara T.

Der Goldlack – Zier- und Nutzpflanze auf Abwegen
Thomas Junghans

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