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Veilchen, Frühlingskünderin und Duftpflanze

Veilchen in der Sagenwelt

Veilchen im Mittelalter

Veilchen in Brauchtum und Aberglauben

Veilchen macht schön

Veilchenrezept

Veilchen-Zeit

Wenn im März die Temperaturen steigen, zeigen sich die kleinen violetten Blüten der Veilchen. Einst kamen sie aus dem Süden zu uns. Doch bald hatten sie sich im heimischen Brauchtum etabliert. Mit dem Veilchen werden Liebe und Treue und Bescheidenheit assoziiert. In vorchristlicher Zeit verknüpfte man sein Erscheinen eng mit dem Erwachen der Natur und der weiblichen Fruchtbarkeit.

Veilchen im Frühling

Veilchen in der griechischen Mythologie

Aus dem Altertum sind die ersten Sagen überliefert. Im griechischen Raum etwa, war das Veilchen Begleiter der Götter, ihr betörender Duft ihre Speise. Zeus, der bei seinen Seitensprüngen sehr erfindungsreich zu Werke ging, verwandelte die schöne Nymphe Io in eine Kuh und bettete sie auf einer duftenden Veilchenwiese. Eine andere Schöne, die Tochter des Gottes Atlas, verwandelte er gar in ein Veilchen, um sie vor dem Sonnengott Helios  zu verbergen. Seitdem lebt sie geschützt vor seinen Strahlen im Dickicht des Waldes.

Veilchen-Medizin im Mittelalter

Obwohl sie klein und unscheinbar wirken, galten Veilchen auch unseren Vorfahren als besonders wertvoll. Es wurde dabei nicht immer zwischen den verschiedenen Veilchenarten unterschieden. Man kannte wohl gelbe, blaue, violette, duftende und weniger duftend Veilchen. Doch allen sprach man ähnliche Kräfte zu. So beschreibt Hildegard von Bingen die Veilchen in ihrem "Buch von den Pflanzen" allumfassend als Viola. Überliefert sind heilkundliche Anwendungen gegen Augenleiden, Hautekzeme, Kopfweh und Lungenkrankheiten.

Im Volksglauben galten die ersten 3 Veilchen im Jahr als besonders heilkräftig und sollten daher verschluckt werden.

Doch auch heilsame Wunderkräften wurden den Veilchen zugesprochen. So ist etwa im Macer Floridus zu lesen, dass sogar ein durch einen Schlag eingedellter Schädelknochen wieder in seine Form zurückspringt, wenn man zerstampfte Veilchen zu sich nimmt und zusätzlich zerriebene Veilchen unter die Fußsohle bindet.

 

Veilchen in Brauchtum und Aberglauben

Als Frühlingskünder gilt allgemein das Märzveilchen (Viola odorata). Kam die Blüte zu früh, besagte eine Bauernregel: Wenn im März die Veilchen blühn, an Ludwig (25.8.) schon die Schwalben ziehen.

Ernte-Orakel: Wenn die Veilchen am 19.3. blühen und der Buchenwald am 30.4. ausschlägt, wird eine reiche Kornernte eingefahren.

Das erste Veilchen: Der Anblick des ersten Veilchens im Frühjahr verhieß nach altem Aberglauben Glück. Ihm zu Ehren feierte man im antiken Griechenland und im alten Rom ausgelassene Feste. In der vorchristlichen Zeit verband man die Veilchenblüte mit dem Erwachen der Natur mit dem Neubeginn des Jahreslaufes und somit mit Fruchtbarkeit und Weiblichkeit. 

In vielen Dörfern wurden die ersten Veilchen auf eine Stange gesetzt und umtanzt.

Dem glücklichen Entdecker des ersten Veilchens wurde besondere Ehren zu Teil. Er wurde feierlich begrüßt und bekam einen Ehrentrunk.

Osterbräuche:

In der Bretagne existiert noch heute der Osterbrauch, dass am Karfreitag Veilchen ausgesät werden, um den Frühling herbeizulocken

In Ungarn gibt es den Brauch des Ostergießens. Dabei werden die Mädchen mit etwas Wasser übergossen. Zuvor fragen die Männer mit einem Vers um Erlaubnis der etwa so geht: Ich ging im kleinen Wald, sah ein blaues Veilchen, es wollte verwelken, darf man es gießen?

In manchen Regionen Kroatiens werden am Karsamstag Blumen – wie beispielsweise Veilchen – gepflückt. Es ist Brauch, die Blüten der Pflanzen ins Wasser zu setzen und sich damit das Gesicht zu waschen. Danach soll das Gesicht das ganze Jahr über frisch und schön bleiben.

Veilchen macht schön

Der Ruf, die Schönheit zu fördern, begleitet das Veilchen bis in unsere Zeit. Mit Veilchen werden Parfüms veredelt. Veilchenöl gilt als hautpflegend und wird noch heute in Cremes und Körperpflege-Produkten verarbeitet. Die Tinktur aus Veilchenblüten gilt als hilfreich bei Hautproblemen, etwa bei unreiner Haut.

Veilchen in der Küche

Wegen des lieblichen Duftes, fügt man die Blüten Süßspeisen und Teemischungen zu. Beliebt ist etwa der Veilchensirup, den man leicht selbst herstellen kann.

Hier ein Rezept dazu:

Veilchensirup

1 Handvoll Veilchen, 500 g Zucker, Saft einer Zitrone, 500 ml Wasser

Die Blüten mit 500 l kochendem Wasser übergießen. Zugedeckt über Nacht stehen lassen. Saft durch ein Tuch pressen und den Zucker dazu geben. Langsam erwärmen (nicht kochen) bis sich der Zucker auflöst. Zitronensaft zugeben und noch heiß in Flaschen füllen.

Doch auch wer sich nicht die Mühe machen möchte, die zarten Blüten für duftende Leckereien zu sammeln, kann sich im Frühjahr an ihrem Anblick  erfreuen.

 

 

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